Betriebspraktikum

Zu Ihrer verkürzten Berufsausbildung, die überwiegend theoretischer Natur ist, gehört auch ein rund halbjähriges Betriebspraktikum. Damit sollen Sie praktische Fähigkeiten erlangen bzw. bereits vorhandene vertiefen. Außerdem muss in dieser Zeit mit betrieblicher Unterstützung ein Projekt für die IHK-Abschlussprüfung durchgeführt werden.

Auf dieser Seite werden die wichtigsten Fragen in Bezug auf Ihr Praktikum beantwortet.

Wichtig: Diese Seite ist bewusst allgemein gehalten, denn sie soll auch zukünftigen Klassen zur Information dienen. Daher werden hier keine konkreten Termine und aus Datenschutzgründen auch keine Firmen oder Ansprechpartner mit Namen genannt!

Informationen dieser Art erhalten Sie entweder bei uns vor Ort am „Schwarzen Brett“ (das eigentlich blau ist) bzw. wenn Sie mich fragen – was reguläre Teilnehmer natürlich auch telefonisch oder per E-Mail machen können.

Alternativ loggen Sie sich in unsere passwortgeschützte digitale Infowand („Layer 8“) ein, dort können Sie die exakten Termine und Zeiträume für alle aktuellen Klassen einsehen.

Lehrgangsübersicht mit Praktikumszeitraum
Nach Abschluss aller theoretischen Unterrichtsthemen beginnt das Praktikum.

Das Praktikum startet nach Abschluss aller theoretischen Unterrichtsthemen und kurz nach dem ersten Teil Ihrer Abschlussprüfung, der sogenannten „AP1“. Das bedeutet in etwa nach der Hälfte Ihrer Ausbildungszeit.

Wir planen die Praktikumszeiten immer so, dass es mit den Vorgänger- oder Nachfolgeklassen keine Überschneidungen gibt. Meist ist es ein "fliegender Wechsel": Wenn das Praktikum einer Klasse beendet ist und sie wieder bei uns im Institut erscheint, beginnt gleichzeitig das Praktikum für die nächste Klasse. Dies dient unter anderem einem geregelten Übergang in den Betrieben, mit denen wir zusammenarbeiten.

In Ausnahmefällen genehmigt die IHK auch Praktikumsbetriebe im EU-Ausland. Aber als Angehöriger der Bundeswehr dürfen Sie Ihr Praktikum grundsätzlich nur in Deutschland durchführen.

In einem Umkreis von 30 Kilometern um unseren Schulungsstandort sind alle geeigneten Betriebe zulässig, ohne dass ein Antrag auf Genehmigung geschrieben werden muss.

Karte mit 30-km-Praktikumsgrenze um Wunstorf

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende , ODbL. Umkreis erstellt mit motjet.de .

Die maximale Entfernung ist eine Vorgabe des BAPersBw (Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) in Köln. Während der Pandemiezeit hat es in Absprache mit regionalen BFD-Standorten (Berufsförderungsdienst der Bundeswehr) abweichende und teils sehr kulante Regelungen gegeben, da es in dieser Zeit schwieriger war, einen Praktikumsbetrieb ohne Home Office im vorgegebenen Radius zu finden.

Mittlerweile wurden fast alle Ausnahmeregelungen wieder zurückgenommen, daher gehen Sie bei Ihrer Firmensuche bitte von dem oben genannten 30km-Radius aus.

Theoretisch ist das möglich. BAPersBW bezeichnet Praktikumsplätze außerhalb des vorgegebenen Radius als „heimatnah“.

Heimatnahe Praktika müssen beantragt und vom BAPersBW genehmigt werden. So etwas funktioniert nur in Ausnahmefällen, die gut begründet sein müssen. Normale Verpflichtungen, denen Sie zu Hause nachkommen wollen, werden normalerweise nicht anerkannt. Dann könnte nämlich die Frage lauten: „Wie lösen Sie das denn während Ihrer Dienstzeit, wenn Sie in der Kaserne sein müssen?“

Ihr erster Anlaufpunkt sollte bei einem beabsichtigten heimatnahen Praktikum immer erst Ihr Vorgesetzter in der ZAW-Betreuungsstelle sein. Schildern Sie dort Ihr Anliegen und Ihre Begründung. Meist kann man Ihnen dann schon ziemlich sicher sagen, ob Sie mit einem Antrag Erfolg hätten oder nicht.

Mir persönlich ist der Standort Ihres Praktikumsplatzes egal. Sie können mich jederzeit telefonisch oder per E-Mail erreichen. Bei größerem Gesprächsbedarf können wir dann auch gerne einen Termin für ein Online-Meeting vereinbaren.

Einzige Einschränkung: Bei einem heimatnahen Praktikum werde ich in der Besuchswoche nicht bei Ihnen vor Ort erscheinen. Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass ich für ein relativ kurzes Gespräch nicht hunderte Kilometer durch Deutschland fahre. In dem Fall wird auf eine Telefonkonferenz oder ein Online-Meeting ausgewichen. Es gibt also fachlich keinen Nachteil für Sie.

Wichtig: Weder IHK noch BAPersBW akzeptieren eine Praktikumsfirma, die Ihnen beispielsweise durch Familienmitglieder bereits gut bekannt ist („PC-Werkstatt eines Onkels“). Kommt dann noch ein Satz wie „Außerdem befindet sich die Firma in der Nähe meiner Wohnung“, wird ziemlich sicher abgelehnt.

Sollten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Vorgesetzten eine realistische Chance auf eine Genehmigung durch BAPersBW sehen, teilen Sie mir das bitte zeitnah mit. Ich werde Ihnen dann eine Stellungnahme ausdrucken, dass wir als Ausbildungsbetrieb damit einverstanden sind.

Damit Sie Ihr Praktikum in dem Betrieb durchführen dürfen, muss er IT-Berufe nach IHK ausbilden dürfen.

Diese Vorgabe ist erfüllt, wenn diese beiden Kriterien zutreffen:

  1. Es muss einen zugelassenen Ausbilder geben. Das kann ein Meister sein oder ein Mitarbeiter, der einen Abschluss nach AEVO (Ausbilder-Eignungsverordnung, ehem. „AdA-Schein“) besitzt.
  2. Es muss einen Mitarbeiter geben, der die nötigen fachlichen Kenntnisse besitzt und in der Lage ist, sie einem Auszubildenden zu vermitteln.

Extrem-Beispiel: Theoretisch könnte es in der Firma einen Bäckermeister geben, denn ein Meister kennt sich mit den rechtlichen Fragen einer Berufsausbildung aus. Und dann gibt es vielleicht noch einen Mitarbeiter, der Fachinformatiker ist. Damit wären beide Kriterien erfüllt.

Idealerweise sind diese beiden Funktionen in einer Person vereint – wie es in vielen Firmen auch der Fall ist.

Für den Beruf des IT-Systemelektronikers gibt es noch eine weitere Vorgabe:
Da in dem Fall auch an stromführenden Komponenten gearbeitet wird und der Bereich E-Technik auch Bestandteil des IHK-Projekts sein muss, ist zusätzlich eine ausgebildete Elektrofachkraft nötig, die diese Arbeiten beaufsichtigen und ggf. abnehmen kann.

In unserem Vertrag mit dem BFD ist festgehalten, dass wir jedem Kursteilnehmer einen Praktikumsplatz bereitstellen.

Um das umsetzen zu können, arbeiten wir seit vielen Jahren mit mehreren Firmen – hauptsächlich in der Region Hannover – zusammen. Diese stellen uns regelmäßig einen oder mehrere Plätze je Kurs bereit.

Eine Liste dieser Firmen stellen wir Ihnen zunächst noch nicht für Bewerbungen bereit. Denn wir wollen nicht, dass sich mehrere Teilnehmer ohne Absprache in einer Firma bewerben oder dass ein Teilnehmer einfach alle Firmen anschreibt.

Auf Anfrage können wir Ihnen die betreffenden Firmen gerne mitteilen, damit Sie sich bei einer individuellen Suche erst einmal nicht genau dort bewerben. Der Hintergrund ist, dass diese Firmen auch anderen Kursen zur Verfügung stehen. Und wenn Sie sich zu früh dort bewerben, während Ihre Vorgängerklassse noch nicht komplett untergekommen ist, könnte dies zu Chaos und eigentlich unnötigen Absagen führen.

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