Praktikumsbesuche

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„Moinmoin! Komme ich ungelegen?“

Zu Ihrer auf zwei Jahre verkürzten Ausbildung gehört ein fast halbjähriges Praktikum in einem IHK-zugelassenen Ausbildungsbetrieb.

Nach rund drei Monaten Praktikumszeit besuche ich Sie in den Betrieben vor Ort. Die Termine konzentrieren sich üblicherweise auf einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. In manchen Fällen (insbesondere bei sogenannten "heimatnahen" Praktika, die weiter von mir entfernt stattfinden) vereinbare ich alternativ einen Termin für ein Online-Meeting mit Ihnen und Ihrem jeweiligen Praktikumsbetreuer.

Der Hauptgrund für diese Gespräche ist, dass ich mir Ihre bis dahin hoffentlich schon gefundene Projektidee für die Abschlussprüfung vorstellen lasse. Denn ab jetzt dauert es nicht mehr lange, bis Sie Ihren Projektantrag bei der IHK einreichen müssen. Sollten Sie bis zu unserem Termin noch keine Idee für ein Projekt haben, gebe ich Ihnen dann gerne den einen oder anderen Tipp.

Auf dieser Webseite können Sie im Nachgang noch einmal ganz in Ruhe die wichtigsten Punkte aus unseren Gesprächen nachlesen.

Zukünftigen Praktikanten soll diese Seite schon mal zeigen, was im Praktikum auf sie zukommt.

Übersicht der Gesprächsthemen:

Grundsätzliches zur Projektfindung

Damit Ihr Projekt von der IHK als solches anerkannt und Ihr Antrag genehmigt wird, müssen zwei Dinge besonders beachtet werden:

  1. Projektcharakter
  2. Fachliche Tiefe

1) Projektcharakter

Sie wissen aus dem Unterricht zum Projektmanagement hoffentlich noch, was ein Projekt u.a. ausmacht:

Der (Negativ-)Klassiker: Ein Praktikant bekommt das Material vom Betrieb vorgegeben, sei es durch vertragliche Bindung an einen bestimmten Hersteller oder weil das Material schon ewig im Lager vor sich hinstaubt. Als Krönung wird seitens Firma vielleicht auch noch eine Liste mit den durchzuführenden Tätigkeiten in die Hand gedrückt.

Um es kurz zu machen: So etwas wird von der IHK definitiv abgelehnt!

Bei dem genannten Beispiel handelt es sich nicht um ein Projekt, sondern um einen Arbeitsauftrag. Dafür benötigt man keine Fachkraft. Die IHK könnte bei so einem Vorgehen nicht erkennen, ob Sie in der Lage sind, in Ihrem Beruf zu arbeiten.

Sie müssen im Laufe des Projektes unbedingt die Möglichkeit haben, verschiedene einzusetzende Ressourcen zu recherchieren und zu vergleichen. Abschließend müssen Sie sich aus der ermittelten Auswahl für eine Lösung entscheiden und diese Entscheidung fachlich fundiert begründen. So erst zeigen Sie der IHK, dass Sie in der Lage sind, den Anforderungen Ihres Berufes gerecht zu werden.

In geringem Umfang kann natürlich improvisiert werden, wenn es tatsächlich mal nur mit vorgegebenem Material geht. Dann muss trotzdem nach Alternativen recherchiert, diese untereinander verglichen und sich dann für eine Lösung (fachlich begründet) entschieden werden.

In der Projektdokumentation kann dann zum Beispiel im Fazit eine dieser beiden Formulierungen gewählt werden:

Diese Vorgehensweise sollte aber tatsächlich nur im Notfall gewählt werden. Besser ist immer, wenn man im Projekt in gewissem Umfang die freie Entscheidungsmöglichkeit hat.

2) Fachliche Tiefe

Dieser Punkt betrifft besonders den Beruf des IT-Systemelektronikers. Bei diesem Beruf handelt es sich um den einzigen deutschen IT-Ausbildungsberuf mit der Erlaubnis, nach erfolgreicher Abschlussprüfung an stromführenden Leitungen arbeiten zu dürfen.

Im zweiten Teil der schriftlichen Prüfung wird das mit dem sogenannten „Sperrfach“ (Teilergebnis Elektrotechnik unter 50% kann nicht durch andere Teilergebnisse ausgeglichen werden) berücksichtigt.

Aus diesem Grund wird in der Projektarbeit besonderen Wert auf elektrotechnische Tätigkeiten gelegt.

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„Ach so, da waren ja noch die Sicherheitsregeln...“

Um meinen Auszubildenden einen Maßstab für ausreichende elektrotechnische Tätigkeiten in einem Projekt an die Hand zu geben, vergleiche ich gerne mit dem Beruf des FISI (Fachinformatiker/Systemintegration), der zum IT-Systemelektroniker bis auf den Bereich E-Technik nahezu identisch ist.

Hat man einen möglichen E-Technik-Anteil für sein Projekt im Hinterkopf, stellt man sich folgende Frage:

„Dürfte ein FISI das auch?“

Nachfolgend ein paar Beispiele:

Damit kommen die letzten vier Punkte schon mal als mögliche elektrotechnische Bestandteile Ihres Projektes in Betracht.

Beim IT-Systemelektroniker ist der elektrotechnische Anteil besonders wichtig, aber auch in den anderen IT-Berufen muss die jeweilige fachliche Tiefe beachtet werden.

Sind die vorgenannten Punkte beachtet und es scheint eine realistische Projektidee vorzuliegen, folgt die Beantragung bei der IHK. Denn sie hat das letzte Wort, ob das Projekt auch so durchgeführt werden darf.

Damit können wir uns ab jetzt mit dem Ausfüllen des Antragsformulars beschäftigen.

Die „letzte Seite“

Ich bin auch als Prüfer tätig und ein „Running Gag“ in unseren Prüfungsausschüssen ist mittlerweile die Frage
„Wie viele eingereichte Projektanträge enthalten diesmal die letzte Seite?“

Gemeint ist eine dem IHK-Antragsformular beigefügte Seite, die erst später mit der Projektdokumentation eingereicht werden soll. Der Titel besagter Seite lautet:

„Bestätigung über die durchgeführte Projektarbeit“

Nicht nur, dass manche Praktikanten nicht lesen, was sie unterschreiben. Ab und zu gehen bei der IHK auch von den Praktikumsbetrieben unterschriebene und abgestempelte Bestätigungen ein, wenn der Projektantrag eingereicht wird.

Bestätigung
So sieht die Bestätigungsseite aus.

Es sollte jedem klar sein, dass man die Durchführung eines Projektes nicht bestätigen kann, wenn man gerade erst den Antrag dafür einreicht und dieser vom Prüfungsausschuss überhaupt noch nicht genehmigt wurde. Wenn man es ganz genau nimmt, entspricht dieser Fauxpas - Böses unterstellt - sogar einem Prüfungsbetrug aufgrund zeitlicher Vorteilsnahme, was schlimmstenfalls eine Disqualifikation von der Prüfung zur Folge haben kann!

Zugegebenermaßen habe ich so einen extremen Fall erst einmal erlebt und da wurde die Projektarbeit eines FISI (Fachinformatiker/Systemintegration) tatsächlich mit Wissen des Betriebes absichtlich über ein halbes Jahr vor Antragstellung durchgeführt.

Aber auch unbeabsichtigt sollte das verfrühte Einreichen dieser Seite nicht passieren, schließlich wird - zumindest in meinen Klassen - immer wieder darauf hingewiesen.

Zwei wichtige Regeln (nicht nur) für ITler:

  1. Immer erst lesen und verstehen, bevor man etwas unterschreibt!
  2. Immer erst lesen und verstehen, bevor man etwas auf dem Bildschirm bestätigt oder wegklickt!

Antragsformular allgemein

Das Antragsformular wird von der IHK vorgegeben und kann sich je nach Region unterscheiden. Die für meine Teilnehmer relevante Variante kann man auf der Webseite der IHK Hannover herunterladen:

[IHK Hannover: Dokumente und Termine zu den IT-Prüfungen]

Das bei der IHK herunterladbare PDF-Formular wurde zwar schon mehrfach überarbeitet. Allerdings gibt es noch immer diverse Schwierigkeiten, wenn man z.B. einen längeren Projekttitel eingeben oder die Zeitangaben in Feld 4 vernünftig formatieren möchte.

Aus diesem Grund empfehle ich einen anderen Dokumententyp, der allerdings erst konvertiert (z.B. mit Hilfe von KI) oder aus fachbezogenen Internetforen beschafft werden muss. Gute Ergebnisse bei der Formatierung wurden bisher mit MS Word (*.docx) oder LibreOffice Writer (*.odf) erzielt. Teilnehmer aus meinen Kursen sollten sich bei Kameraden vorheriger Klassen erkundigen, denn meines Wissens kursieren Blanko-Antragsformulare in diesen Formaten bereits.

Der gesamte Antrag besteht aus lediglich drei Seiten. Die erste Seite ist das Titelblatt, dann folgen zwei Seiten mit insgesamt fünf Formularfeldern, über die Sie der IHK Ihr angedachtes Projekt beschreiben müssen.

Denken Sie beim Ausfüllen daran, dass dieser Projektantrag Ihr erster offizieller Kontakt zu Ihrem Prüfungsausschuss sein wird!
Zu dem Prüfungsausschuss, der ab jetzt bis zur mündlichen Abschlussprüfung für Sie zuständig ist. Geben Sie sich daher Mühe, formulieren Sie verständlich und fachlich präzise und benutzen Sie vor allen Dingen eine Rechtschreibkorrektur.
Denn der erste Eindruck ist wichtig!

Seite 1 - Titelblatt (interaktiv)

In das Titelblatt müssen Sie ein paar allgemeine Informationen eintragen:

Beispiel für einen Projekttitel

Erfahrungsgemäß tun sich viele Auszubildende schwer mit der korrekten Formulierung eines Projekttitels. Daher möchte ich hier näher auf diesen Punkt eingehen.

Nachfolgend der Titel eines von der IHK anstandslos genehmigten Projektantrages für den Beruf des IT-Systemelektronikers:

Beispiel für eine ausführliche Projektbezeichnung in einem genehmigten Projektantrag
Ein guter Projekttitel darf bzw. soll ausführlich sein.

Dieser Titel stammt übrigens aus meinem eigenen früheren Antrag. Die anderen relevanten Inhalte aus diesem Antrag zeige ich weiter unten ebenfalls.

Um zu verdeutlichen, warum ein Projekttitel länger sein darf, habe ich einige Stellen im Titel eingefärbt und darunter erläutert:

Beispiel für eine ausführliche Projektbezeichnung in einem genehmigten Projektantrag
Wichtige Stellen sind hier hervorgehoben.

Warum ist dieser Titel so lang?

Viele Auszubildende glauben, ein Projekttitel müsse möglichst kurz sein. Aber das Gegenteil ist der Fall, denn der Prüfungsausschuss kennt Ihr Projekt noch nicht.

Der Titel sollte daher möglichst viele fachliche Informationen enthalten und bereits erkennen lassen:

Zusätzlich erklärt dieser Beispieltitel:

Seite 2 - IST-Zustand

Wichtig: Bis auf Feld 4 (Zeitübersicht) sollte es in allen anderen Feldern Fließtext geben, Auflistungen mit einzelnen Begriffen werden nicht gerne gesehen.
Wie Sie später am Beispiel meines Antrages in Feld 3 sehen, kann man ein wenig tricksen, indem man die einzelnen Punkte einer Liste jeweils als Fließtext ausschreibt.

IST bedeutet den aktuellen Zustand vor Beginn der Projektdurchführung.

Weiter oben habe ich den Titel aus meinem früheren Projektantrag gezeigt, hier nun als Beispiel das ausgefüllte Feld 1 aus meinem Antrag:

Beispiel für ein ausgefülltes Feld 1
Oberhalb des IST-Feldes muss auf der Seite der Name eingetragen werden.

Über dem ersten Feld auf dieser Seite steht der Hinweis, dass nicht selbständig durchgeführte Arbeiten unterstrichen werden sollen.

Dieser Hinweis gilt für alle fünf Felder des Formulars, kommt aber normalerweise nur in Feld 5 (Eigene Leistung) zum Tragen und wird dort auch noch mal von mir erläutert.

Seite 2 - SOLL-Zustand

SOLL bedeutet den Endzustand nach Abschluss Ihres Projektes.

Oft werden hier geplante Tätigkeiten oder durchzuführende Geräteveränderungen eingetragen. Aber das ist falsch und hat in diesem Feld nichts zu suchen!

Zur besseren Erklärung stellen Sie sich einfach eine Zeitreise vor. Sie befinden sich an dem Ort, den Sie in Feld 1 beschrieben haben.
Und nun machen Sie eine Zeitreise an einen Tag nach Abschluss Ihres Projektes.

Beschreiben Sie jetzt in diesem Feld, was Sie sehen:

Als Beispiel für die Beschreibung eines SOLL-Zustandes wieder ein Ausschnitt aus meinem Antrag:

Beispiel für ein ausgefülltes Feld 2
Zwischengeschobene Unterauflistungen sind okay, insgesamt muss es hier aber auch Fließtext geben.

Seite 3 - Veränderungen

Hier sind alle durch das Projekt bedingten Veränderungen im gesamten Umfeld gemeint, zum Beispiel:

Nachfolgend wieder als Beispiel das Feld 3 aus meinem Antrag:

Beispiel für ein ausgefülltes Feld 3
Auch auf Seite 2 muss oben der Name eingetragen werden.

Über dem ersten Feld auf Seite 2 gibt es nochmals den Hinweis, dass nicht selbständig durchgeführte Arbeiten unterstrichen werden sollen. Dies bezieht sich auf alle fünf Antragsfelder und wird weiter unten bei Feld 5 (Eigene Leistung) näher erläutert.

Seite 3 - Zeitplanung

Mit diesem Feld möchte die IHK von Ihnen wissen, wie Sie die vorgegebene Zeit von 40 Stunden aufteilen.
Dazu sollen Sie die geplanten Arbeitsschritte auflisten und rechts daneben, bündig untereinander, die jeweiligen Stunden angeben.

Fehler 1: In dieser Planung darf es keine Reserve geben! Die vollen 40 Stunden müssen hier verplant werden.
Sollte hier Reservezeit angegeben werden, könnte die IHK auf die Idee kommen:
„Oh, da ist noch Zeit übrig - dann werden wir dem Antragsteller noch ein paar zusätzliche Auflagen mitgeben.“

Fehler 2: Es dürfen nicht einfach nur die oben in diesem Feld genannten Punkte genommen werden! Wer genau liest, findet die Aussage „[...] unter Berücksichtigung und Präzisierung [...]“. Die genannten Punkte dienen nur als Grundlage.

Unterteilen Sie die Punkte so weit, dass es keine größeren Zeiteinheiten gibt. Dabei kann die Anfertigung Ihrer Projektdokumentation mit rund 8 Zeitstunden berücksichtigt werden.

Hier wieder als Beispiel das entsprechende Feld aus meinem Antrag:

Beispiel für ein ausgefülltes Feld 4
Hier hat es gereicht, bei Ihnen darf es aber auch gerne mehr Arbeitsschritte geben.

Hinweis: Prüfer machen sich bei Eingang der Anträge einen Spaß daraus und zählen die aufgeführten Stunden selbst zusammen.
Nicht selten kommen sie dabei auf eine andere Summe als 40.
Also bitte vor Abgabe noch einmal überprüfen!

„Theorie und Praxis“:
Die hier angegebenen Zeiten sind lediglich eine Planung. In der Praxis darf es zu (geringfügigen) Abweichungen kommen, z.B. wenn es aufgrund von Problemen eine längere Testphase gibt oder Sie mit einer Montage schneller als gedacht fertig sind.
Erläutern Sie dann einfach später in Ihrer Projektdokumentation, wie genau die Differenz zwischen der im Antrag geplanten und der tatsächlich benötigten Zeit zustande kommt.

Seite 3 - Eigene Leistung

In dieses Feld tragen Sie ein, was während des angedachten Projektes Ihre persönliche Leistung sein wird.

Im Prinzip kann hier von der Bestandsaufnahme über die Recherche und den Vergleich bis hin zur Montage und Testphase alles genannt werden, was Sie persönlich tun werden.

Dabei dürfen auch spezielle Tätigkeiten genannt werden, wie etwa die Installation von Wandsteckdosen oder das Crimpen von RJ45-Steckern.

Der auf beiden Formularseiten oben stehende Hinweis, nicht selbständig durchgeführte Tätigkeiten seien zu unterstreichen, kann besonders in diesem Feld Berücksichtigung finden.

Beispiele:

Auch für dieses letzte Feld zeige ich Ihnen als Beispiel den Inhalt aus meinem Antrag:

Beispiel für ein ausgefülltes Feld 5
In dieser Planung sollte alles von mir selbst durchgeführt werden, daher fehlen Unterstreichungen.

Genehmigungsverfahren

Nach Ablauf der Abgabefrist werden alle eingereichten Projektanträge innerhalb der IHK an die jeweils zuständigen Prüfungsausschüsse weitergereicht.

Da die Prüfer ehrenamtlich für die IHK tätig sind und „im realen Leben“ einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgehen, kann es eine Weile dauern, bis Ihr Prüfungsausschuss einen gemeinsamen Termin für die Genehmigungssitzung findet.

Dort werden die zugewiesenen Projektanträge gelesen und diskutiert. Danach wird eine Entscheidung getroffen und diese der IHK mitgeteilt. Die IHK meldet das Ergebnis rund vier bis fünf Wochen nach Abgabeschluss des Projektantrages an den Auszubildenden.

Für die Art der Rückmeldung gibt es drei Möglichkeiten:

Nach meiner Erfahrung bieten besonders nette Prüfungsausschüsse noch eine vierte Option:

Wichtig: Auch nach einer Genehmigung darf nicht sofort mit dem Projekt begonnen werden!

Üblicherweise vergehen nach Mitteilung der Genehmigung noch einmal ein bis zwei Wochen, bevor der offizielle Durchführungszeitraum beginnt. Erst dann darf an dem Projekt gearbeitet werden.

Es wäre ... „taktisch ungeschickt“, wenn die Prüfer beispielsweise in Ihrer Projektdokumentation auf Screenshots mit Datum außerhalb des Durchführungszeitraumes stoßen.

Fotos

Für Ihre Projektdokumentation werden Sie einige erläuternde Bilder aus dem Projekt benötigen, und sei es für den Anhang.

Bevor sie im Betrieb oder auch beim Kunden Ihrer Praktikumsfirma Fotos machen:
Fragen Sie vorher unbedingt um Erlaubnis!

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Im Zweifel alles aufheben bis zur letzten Prüfung.

Danach empfehle ich, alle Fotos bis zum Abschluss der letzten Prüfung aufzubewahren. Denn ich habe es nicht nur einmal erlebt, dass die in der Projektdokumentation nicht benötigten Fotos gelöscht wurden und kurze Zeit später die Erkenntnis kam, dass für die Abschlusspräsentation ebenfalls Fotos benötigt werden! Sogar noch einige mehr, da eine Präsentation weniger Text und dafür mehr Bilder zeigen soll!

In dem Fall musste der betreffende Teilnehmer nachträglich noch einmal in die Firma, um Fotos zu machen, die er eigentlich schon besaß. Besonders ärgerlich ist es, wenn dann sogar ein Kabelkanal für ein Foto noch einmal geöffnet werden muss.

Geheimhaltung

Ihre Prüfer sind normalerweise nicht fest bei der IHK angestellt. Sie sind Freiberufler oder arbeiten in anderen Firmen. Die Prüfertätigkeit läuft ehrenamtlich nebenher. So kann es durchaus passieren, dass ein Prüfer für einen Mitbewerber Ihrer Praktikumsfirma arbeitet.

Daher möchten manche Firmen nicht, dass ein Praktikant bestimmte sensible Informationen, wie z.B. Einkaufspreise oder Systemkonfigurationen, in seiner Projektdokumentation oder Präsentation preisgibt. Es kann noch strenger kommen, wenn gewisse Projektinformationen aus militärischen Geheimhaltungsgründen nicht verwendet werden dürfen. Das passiert hin und wieder, wenn Teilnehmer aus meinen Kursen ihr Praktikum z.B. auf einer Werft oder bei der BWI GmbH (IT für die Bundeswehr und den Bund) absolvieren.

In so einer Situation erlaubt die IHK die Verfälschung bestimmter Daten oder Bilder. Allerdings immer in einem realistischen Rahmen und es muss auf eine begründete Verfälschung hingewiesen werden.

Ist auch das nicht möglich, ist das angedachte Projekt nicht für den IHK-Abschluss geeignet. Die Aussage „Ich habe keine Bilder bzw. ich kann keine Daten nennen, weil mir das nicht erlaubt war“ lässt die IHK so pauschal nicht gelten.

Einsatz von KI

Genau wie bei der späteren Projektdokumentation darf man die Dienste einer KI zu Hilfe nehmen. Beispielsweise für saubere Formulierungen, für eine abschließende Rechtschreibkorrektur oder gleich zu Beginn zur Ideenfindung für ein Projekt.

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KI darf unterstützend eingesetzt werden, verantwortlich bleibt der Auszubildende.

Hier hat die IHK 2026 nachgebessert, der KI-Einsatz ist nun keine Grauzone mehr. Allerdings muss später in der Projektdokumentation durch das Beiblatt „Bestätigung über die durchgeführte Projektarbeit“ unterschrieben werden, dass man alle KI-Einsätze offengelegt hat.

Eine Kompletterstellung durch eine KI ist damit nach wie vor nicht erlaubt.

„Kein Backup - kein Mitleid!“

Dieser Punkt sollte eigentlich allen ITlern bekannt sein.

Eigentlich.

„Mir wird schon nichts passieren.“

oder

„So wichtig sind meine Daten nicht, da komme ich wieder dran.“

sind typische Aussagen, wenn man mal im Kreis meiner Kursteilnehmer herumfragt.

Und dann passiert das:
„Herr Schiefer, können Sie einen USB-Stick reparieren?“
„Was liegt an?“
„Nicht mehr lesbar.“
„Wichtige Daten?“
„Meine Doku.“
„Backup vorhanden?“
„Nein, ich wollte damit mobil arbeiten.“
„Kein Backup - kein Mitleid!“ (Nein, das habe ich dann nicht mehr laut ausgesprochen.)

In der Art habe ich das in meinen Klassen tatsächlich schon zweimal erlebt.
In einem Fall einen Tag vor IHK-Abgabeschluss der Projektdokumentation...

Weitere Termine

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Mit Beginn des Praktikums füllt sich der Kalender.

Ab Beginn des Praktikums gibt es einige wichtige Meilensteine:

Die konkreten Termine für die genannten Meilensteine erfahren Sie im Unterricht bzw. in der Besuchswoche.
Ich habe sie hier bewusst nicht genannt, weil diese Seite auch nachfolgenden Praktikanten mit anderen Terminen zur Information dienen soll.